Zielgruppe des ESF-Programms Kompetenzagenturen
Für viele benachteiligte Jugendliche ist es nicht leicht, den eigenen Berufsweg zu finden. Soziale, familiäre und persönliche Probleme können den erfolgreichen Berufseinstieg erschweren. In Kombination mit einem fehlenden Schulabschluss oder einer abgebrochenen Ausbildung wird diese Situation für junge Menschen dann zu einem Problem, das sie kaum mehr allein lösen können. Hier setzen die Kompetenzagenturen mit maßgeschneiderten Hilfen an.
Zielgruppe der Kompetenzagenturen sind besonders benachteiligte Jugendlichen und junge Erwachsene mit einem festgestellten besonderen Unterstützungsbedarf auf Grund sozialer Benachteiligungen oder individueller Beeinträchtigungen, die
- sich maximal in der letzten Klassenstufe befinden oder
- nach der Schule auf ihrem Weg in den Beruf von den vorhandenen Unterstützungsmaßnahmen nicht erreicht werden oder
- Unterstützungsmaßnahmen abgebrochen haben, ohne dass andere / weitere Angebote zur Verfügung stehen bzw. von ihnen angenommen werden.
Der Schwerpunkt der Kompetenzagenturen soll damit auf junge Menschen gerichtet sein, die unmittelbar vor dem Ende ihres allgemeinen Schulbesuches stehen oder die allgemeinbildende Schule bereits verlassen haben und sich nicht in Ausbildung oder Arbeit befinden.
Wie aber ist diese Gruppe von "besonders benachteiligten Jugendlichen" weiter zu charakterisieren?
Im Folgenden werden soziale und individuelle Benachteiligungsmerkmale genannt. Von besonders benachteiligten Jugendlichen sprechen wir, wenn mehrere Benachteiligungsmerkmale zu identifizieren sind.
Benachteiligungsmerkmale
Soziale Benachteiligungen:
- kein Schulabschluss,
- Ausbildungs-/Maßnahmeabbruch,
- Langzeitarbeitslosigkeit,
- Hafterfahrung, delinquentes Verhalten,
- Sozialisationsdefizite in Bezug auf Kommunikations- und Ausdrucksfähigkeit, Teamkompetenz, Leistungsbereitschaft, Selbstkompetenz, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Reflexionsvermögen, Frustrationstoleranz usw.,
- besondere soziale Schwierigkeiten oder Notlagen (Verschuldung, Wohnungslosigkeit, Armut),
- Sprach- und Verständigungsschwierigkeiten,
- schwierige "familiäre" Konstellation bzw. Entwicklung (Patchwork-Familie, Heimerfahrung, Alleinerziehende), mit Sucht-, Armuts- und Gewalterfahrungen,
- minderjährige Elternschaft mit fehlender Unterstützung in der Familie,
- Migrationshintergrund
Individuelle Beeinträchtigungen:
- Lern- und Leistungsbeeinträchtigungen (Legasthenie, funktionaler Analphabetismus, Dyskalkulie usw.),
- Entwicklungsstörungen,
- körperliche Behinderungen,
- Suchtverhalten
- Persönlichkeitsstörungen
- und andere psychische Krankheiten.





Werkstattbericht 2008